How to become an all in one man media production (Part1)

Bevor es los geht…

müssen 2 Dinge klar gestellt werden.

1.) Ich als Autor dieses Blogs halte mich nicht im geringsten für jemanden der eine Medienproduktion im Alleingang durchziehen könnte. Mich würde die Herausforderung zwar reizen aber dafür bin ich viel zu dankbar für die Kollegen, die mich durch meine Arbeit begleiten und die Fehler, die ich mache und aus denen ich so viel lerne. Denn ich selbst stehe erst am Anfang einer (hoffentlich) langen Karriere in der Medienbranche.

2.) Dieser Artikel wird in keinem Fall eine Anleitung, wie man zu so einer „one man show“ wird. Wen das jetzt enttäuscht oder gar abschreckt, der mag sich auf meinem Blog bitte auf die Serien und Kinorezensionen beschränken. Oder ihr gebt diesem Artikel eine Chance und entdeckt vielleicht das ihr durchaus in der Lage seid euch in meine Gedankengänge hineinversetzen zu können.

Der Sinn…

hinter diesen Artikeln ist es jedoch  mit den Möglichkeiten zu spielen. Gedanklich ein wenig herum zu spinnen um eventuell für die eigenen Arbeitsprozesse einige Wege zu finden selbige zu beschleunigen oder zu optimieren. Und auch nicht den Blick darüber zu verlieren in was für einer Branche wir uns befinden und wie sie sich entwickelt bzw. entwickeln könnte.

Doch nun lasst uns beginnen…

1.) Perfektion

„Der Versprecher auf dem Bildschirm ist wie der Druckfehler in der Zeitung: ein dankbar begrüßter Verstoß gegen die Perfektion.“
– Wolfgang Büttner (*1912), dt. Schauspieler –

„Ein Kunstfreund, zu Besuch bei Michelangelo, beobachtet den Maler, der letzte Hand an eines seiner Bilder legt. „Alles, was du änderst, sind ja nur Kleinigkeiten“, stellt er schließlich fest. „Gewiß, es sind immer die Kleinigkeiten, die zur Vollendung führen – und VOLLENDUNG, das wirst du mir sicher zugestehen, ist ihrerseits bestimmt keine Kleinigkeit!““
–  unbekannter Verfasser –

Folgende Situation: Stellt euch vor ihr befindet euch an eurem Arbeitsplatz. Ich weiß es ist Wochenende (jedenfalls während ich das hier schreibe) und nur wenige wollen ausgerechnet jetzt daran denken. Oder noch schlimmer, wie es in der Medienbranche üblich ist befindet ihr euch gerade tatsächlich an eurem Arbeitsplatz. Es ist völlig egal ob ihr nun ein Grafiker, Journalist, Regisseur, Cutter, Kameramann etc. seid. (Für alle weiblichen Leser bitte ich meine Schreibweise zu entschuldigen. Ihr seid grundsätzlich mit angesprochen.). Visualisiert nun bitte das Szenario das ihr gerade eurem Vorgesetzten / Kollegen oder was auch immer ein fertiges Projekt abgeliefert habt. Ihr habt die letzten Stunden unter Zeitdruck gearbeitet. So viel, wie möglich an der Grafik, dem Text, dem Video, dem Klang verbessert und reicht es nun an jemanden anderes weiter, damit dieser es zu einem Ganzen hinzufügt. Wie ein Puzzleteil das ihr entworfen habt um das fertige Bild zu ermöglichen.

Frage: Wie fühlt ihr euch in so einer Situation?

mögliche Antwort: Zufrieden. Erleichtert wieder eine Herausforderung gemeistert und die Kollegen befriedigt zu haben. Mit der Aussicht eventuell sogar einen Karrieresprung durch dieses fertige Meisterstück zu vollführen.

eher wahrscheinlichere Antwort: Trotz der Glücksgefühle bzw. Gleichgültigkeit, weil das nächste Projekt ja sowieso schon ansteht, nagt etwas an euch. Ihr starrt auf euren Bildschirm, wo noch das letzte Projekt geöffnet ist und verspürt den Drang daran weiter zu arbeiten es noch nicht in den virtuellen Tiefen irgend eines Archivs verschwinden zu lassen. Ein kleines Gefühl in eurem Kopf das euch keine Ruhe lassen will. Quasi ein Stechen, dass zu diesem Zeitpunkt seinen intensiven Höhepunkt hat. Doch was ist das?

„Darf ich vorstellen? Leser? Das ist dein Ego! Ego, das ist der Leser dem du innewohnst.“

Nun möchte ich damit niemandem zu nahe treten. Ganz im Gegenteil. Das menschliche Ego ist im Bezug auf die Arbeit eventuell das wunderbarste, dass einem passieren kann. Es ist das, was uns ehrgeizig macht. Unser Antrieb uns kontinuierlich zu verbessern. Natürlich ist es mit Vorsicht zu genießen und am besten in geringen Dosen einzusetzen. Dieses Ego sorgt dafür das die Grafiker unter uns eventuell doch noch mal den ein oder anderen Pixel verschieben wollen, die Autoren noch ein Wort hinzufügen oder einen Zusammenhang besser ausdrücken wollen und Kameraleute bzw. Cutter das eine oder andere Bild noch raffinierter gestalten möchten. Wie schön wäre es doch wenn man einmal im Leben etwas perfekt zu Ende bringen könnte, nicht wahr?

Und genau dieses Streben nach Perfektion, dass uns allen Menschen sowieso innewohnt ist ein essenzieller Grundbaustein um diesen hypothetischen Status einer „all in one man media production“ zu erreichen.

Vielleicht liegt das sogar daran, dass die Möglichkeit etwas völlig eigenständig, alleine zu produzieren, das gleichzeitig erfolgreich und vollkommen ist und das eigentlich egal in welchem Bereich genau dem Begriff der Perfektion entspricht?

Ist es dann überhaupt möglich den Status „all in one man media production“ zu erreichen?

8 Gedanken zu “How to become an all in one man media production (Part1)

  1. Zuerst einmal lob für das neue Design des Blogs. Wirkt kontrastreicher.
    Als nächstes noch einmal lob für den Beitrag.
    Dei Seite müssen wir im Netz etwas weiter pushen…. d. h. retweeten, in anderen blogs oder foren einträge vornehmen mit deiner URL in deiner Signatur.

    weiter so

    MfG
    Panda 😉

    • Hallo Mesut,

      Vielen Dank für das Lob. Ich würde mich natürlich freuen, wenn sich mehr Menschen aus den verschiedensten Bereichen dazu entschließen meinen Einträgen zu folgen und sich an den Diskussionen eifrig zu beteiligen.

      Gruß
      André

  2. Moin André!

    Perfektion – netter Aufhänger für einen ersten Beitrag in einer hoffentlich langen und kontrovers diskutierten Reihe. Dürfte aber auch einer der schwersten Aufhänger sein, denn Du startest mit der Frage, die es schlussendlich zu beantworten gilt.

    Aus Zeitgründen aber nur ein paar Randbemerkungen meinerseits:

    Perfektion dürfte ja im Allgemeinen als ein Zustand verstanden werden, der nicht mehr weiter verbessert werden kann. Ich würde im Medienbereich einfach mal unterstellen, dass es hier nie einen solchen Zustand geben wird. Der Produzent (welchen Mediums auch immer) wird sicher immer abwägen müssen zwischen dem Wunsch des Kunden, dem antizipierten Geschmack des Nutzers/Lesers/Zuschauers und seinem eigenen ästhetischen Empfinden. Hier könnte man sich nun streiten, ob Makellosigkeit (im antiken Konzept von Perfektion ja einer Bestandteil davon, neben Unübertrefflichkeit) das passendere Konzept für den Medienproduzenten wäre.

    Zum Thema des Egos bei Medienproduzenten, kann ich nicht viel sagen. Wie würdest Du da abwägen zwischen dem Wunsch ein Projekt bis zum wirklichen Ende zu führen (anstelle von nur ein bestandteil der Produktionskette zu sein) und der Aussicht auf ein neues Projekt, was mal wieder etwas Abwechslung in die eigenen Abläufe bringt und neue Herausforderungen durch die man sich selbst weiterentwickeln kann? Bei beiden Wegen hat man als Produzent sicher immer ein (evetuell verstecktes) Auge auf den Part, den man produziert hat.

    In der IT (und nicht nur da) gibt es übrigens ein agiles Entwicklungsverfahren, das seinen Ursprung im Rugby hat – Scrum.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Scrum

    Ich will jetzt hier nicht weiter auf Scrum eingehen, aber schau es Dir vielleicht mal an. Besonders die Annahme „Individuen und Interaktionen gelten mehr als Prozesse und Tools.“ dürfte dem Konstrukt „all in one media production“ ja durchaus ähnlich. Glaubst Du dieses Arbeitsprinzip auch in der Medienproduktion anwendbar wäre, oder gar schon ist?

    So long, ich freue mich auf mehr…

  3. N’abend Matthias,

    zunächst vielen Dank für dein reges Interesse. Ich freue mich immer, wenn ich durch meine Texte dazu animieren kann, sich über die Themen gedanken zu machen oder sogar meine Absichten zu hinterfragen.
    Da dein Kommentar etwas ausführlicher ausgefallen ist, was ich natürlich begrüße, wird es etwas Zeit in Anspruch nehmen darauf entsprechend einzugehen. Doch hier erstmal ein paar Kommentare zu den grundlegenden Dingen, die du erwähnt hast:

    „Du startest mit der Frage, die es schlussendlich zu beantworten gilt.“

    Das ist vollkommen richtig und so wie ich meinen Themenbereich momentan Überblicke hielt ich es für angemessen dem geneigten Leser einen Einblick darauf zu geben, in welche Richtung ich mich hier bewegen möchte. Ich denke nicht das es unser Ziel sein wird die angesprochenen Fragen am Ende zu beantworten. Selbiges hatte ich ja schon in dem Intro angedeutet in dem ich darauf hinwies, dass es sich hier durchaus nicht um einen Leitfaden handelt. Ich sehe diese Fragen eher als unsere ständigen Begleiter, die wir immer im Hinterkopf behalten sollten, wenn wir uns mit der Thematik befassen. Sie werden uns sicherlich immer wieder helfen die unmöglichen Hypothesen und Träumereien von realisierbaren Möglichkeiten zu unterscheiden.

    Leider bin ich mir nicht sicher ob ich dir bei deiner Differenzierung zwischen Perfektion und Makellosigkeit folgen kann. Du selbst schreibst, dass Makellosigkeit, zumindest in der Antike, als Bestandteil der Perfektion galt. Inwiefern sollte ein Bestandteil nun ein besseres Konzept als das eines Ganzen abgeben? Sollte ich da etwas falsch verstanden haben bitte ich um Korrektur.

    Was das Abwegen zwischen neuen und alten Projekten angeht, so ist meine Methodik den Weg der Aktualität und des Nutzens zu favorisieren. Hat ein Projekt sein Maximum an Aktualität und Nutzen überschritten so kann es vorrübergehend sich selbst überlassen werden während ich mich einem neuen zuwende. Besteht dann einmal eine Lücke in der Kontinuität durch Auftragsmangel so finde ich oft Zeit mich alten Projekten wieder zu widmen. Gerade diesen Punkt finde ich sehr wichtig. Sich öfters mal eine Auszeit zu nehmen um sich durchaus etwas Objektivität anzueignen und sich dann seinen alten Dämonen zu stellen. Meist ist das, der beste Weg um seine eigene Entwicklung nachzuvollziehen bzw. sich überhaupt erst zu entwickeln. Ich selbst zum Beispiel habe früher oft Webseiten gestaltet. Ich habe jedes einzelne dieser Designs archiviert. Und wenn ich mir nun die chronologische Abfolge meiner gestalteten Grafiken ansehe, so kann ich feststellen, dass ich immer wieder ein Element der vorrangegangenen übernommen und verbessert habe. Das wäre mir allerdings nicht so gut gelungen, wenn ich mich zwischenzeitlich nicht mit anderen Dingen beschäftigt hätte.
    Das alles hat nun zwei Effekte: Ich bediene mein eigenes Ego da ich ja eine Verbesserung meines Ursprünglichen Projektes in meinen Nachfolgeprojekten feststellen kann und schaffe es trotzdem die Aktualität und den Nutzen eines neuen Projektes zu bedienen in dem ich auf gewonnene Erfahrungen zurückgreifen kann. Wie so oft ist alles ein geben und nehmen.

    Sicherlich gibt es andere Wege und ich bin sehr gespannt mehr darüber zu erfahren. Dem entsprechend werde ich mir in einer ruhigen Minute durchaus mal dein empfohlenes Verfahren ansehen und später darauf eingehen.

    Ich hoffe das meine Antworten dir bisher weiterhelfen konnten und bin ebenfalls gespannt mehr von dir zu lesen.

    Bis dahin alles Gute
    André

    • Moin André,

      danke für Deine Antwort! Hier noch ein kurzer Nachtrag meinerseits zum Verständnis von Makellosigkeit als Bestandteil von Perfektion.

      Ich wollte nicht ausdrücken, dass Makellosigkeit das bessere Konzept wäre, sondern in der (nun einmal geschäftsorientierten) Medienproduktionswelt vielleicht das gängigere Konzept zur Erreichung einer nahezu perfekten Arbeits-/Produktqualität. Zur Erklärung:

      Wir gehen mal von meiner bereits dargelegten Annahme aus, dass Perfektion im Allgemeinen als ein Zustand verstanden werden dürfte, der nicht mehr weiter verbessert werden kann. Wie ich auch schon gesagt habe liegt hier die Beurteilung aber mitnichten in einem Bereich von Objektivität, sondern eher in einem Verhandlungsgefüge zwischen den ästhetischen und professionellen Abwägungen des Auftraggebers, dem antizipierten Geschmack des Nutzers/Lesers/Zuschauers und dem ästhetischen Empfinden des Medienproduzenten. Wir befinden uns hier also in einem Intersubjektivitätsraum, in dem verhandelt wird, welches der „perfekte“ Zustand des Produktes ist.

      Der Auftraggeber will sicher ein hochqualitatives Produkt, jedoch in einem überschaubaren Zeitraum und nicht um jeden Preis. Der Nutzer/Leser/Zuschauer will das ansprechende Produkt, dass seinen Lese- oder Sehgewohnheiten und -wünschen am besten zupass ist. Und der Medienproduzent will womöglich das in seinen Augen perfekte Produkt, welches sich vor allem durch die komplette Ausschöpfung seiner ästhetischen Gestaltungsmöglichkeiten auszeichnet (und damit ja auch sein Ego bedient). Alle drei Welten gleichermaßen zusammen zu führen dürfte in den seltensten Fällen gelingen und dürfte vor allem dem Auftraggeber und seiner Vorgabe „short time to market/broadcast“ widerstreben.

      Wenn also Perfektion aus besagten Gründen nicht möglich ist, benötigen wir ein Konstrukt, welches wir entsprechend als „Abgabekriterium“ zur Hand nehmen. An dieser Stelle kommt in meinem Gedankenexperiment die Makellosigkeit ins Spiel. Wenn wir diese als einen Zustand der Fehlerfreiheit und ästhetischen Brauchbarkeit annehmen, der in allen drei Bezugsgruppen Anklang finden kann, dann haben wir zwar noch lange nicht den perfekten Punkt erreicht, jedoch ein für das jeweilige Projekt adäquate Qualitätslevel.

      Soweit zu meinen Überlegungen zum Thema Perfektion.

      Übrigens finde ich es ja löblich und gut, wenn Du Dich in Projektpausen auch mal wieder mit Deinen alten Projekten auseinandersetzt. Jedoch möchte ich bezweifeln, dass in einer schnellebigen Medienproduktionswelt (es sollen ja immer alle Videos etc. möglichst schon gestern beim Kunden fertig bereit liegen) und der damit einhergehenden Auftragsstaffelung (zumindest bei guten Vertretern der Branche) die Zeit für eine solche bewusste und tiefgehende Auseinandersetzung noch gegeben ist. Ich meine der Lerneffekt und das Weiterentwicklungspotential nimmt dadurch ja nicht ab. Das bewusste und „stationäre“ Reflektieren (im Sinne von „ich setz mich mal hin und schau mir noch einmal alte Projekte an“) wird vielleicht eher verdrängt von dem Reflektieren on the fly. Das liegt aber sicher auch an der individuellen Arbeitsweise eines jeden AIOMP.

      Cheers,
      Matthias

      • Hallo Matthias,

        nun kann ich deinen Gedankengang zum Thema Makellosigkeit besser nachvollziehen.
        Ich gebe dir da vollkommen Recht und bin auch der Meinung, dass man das durchaus so stehen lassen kann, dass sich das Konzept der Makellosigkeit eines Produkts zu einem bestimmten Abgabetermin bisher bewehrt hat. Jedenfalls, wenn wir von Projekten mit neutralem bis positivem Kundenfeedback ausgehen. Natürlich ist es in der Realität wahrscheinlicher, dass man eine „win-win“-Situation für alle Beteiligten erzielt, die ja nur durch eine einwandfreie Ablieferung eines Produktes generiert werden kann. Allerdings auf Kosten des eigentlichen Egos. Sobald man die eigenen Interessen über den Produktionsablauf stellt wird es sowieso schwierig rechtzeitig ein mindestmaß an Qualität abzuliefern ohne dabei auf Gegenwehr von seiten der Kollegen, Vorgesetzten oder des Kunden zu stoßen.
        Andererseits würde die Makellosigkeit aus meiner Sicht ja nicht dem entsprechen, was wir als „all in one man media production“ erzielen wollen. Denn, wenn man den Ehrgeiz besitzt eine Produktion alleine zu verwalten sollte man auch grundsätzlich nach Perfektion streben. Ich denke das dieses Streben wie bereits erwähnt Grundlegend für weitere Eigenschaften, wie zum Beispiel dem sogenannten „eisernen Willen“ nötig ist. Doch dazu im nächsten Beitrag in dieser Rubrik mehr.

        Was meine Art der Besinnung angeht so sagte ich ja durchaus am Ende das es auch noch andere Wege gibt. Natürlich lerne ich auch sehr viel durch die Projekte, die ich durchführe und noch mehr sogar, wenn ich mein Wissen mit anderen teile. Und ich bin mir dessen bewusst, dass man nur selten den Fall hat sich mal wieder alten Projekten zu widmen. Aber gerade weil man so selten die Möglichkeit dazu hat und sich sonst von der schnelllebigkeit des Business mitreißen lässt, halte ich es für wichtig anzumerken, dass man hin und wieder auch schaut, wo man eigentlich hergekommen ist und was einen dazu gemacht hat, was man nun geworden ist. Gerade bei dir kann ich mir gut vorstellen das du dir hin und wieder auch mal deine alten Blogtexte durchliest und dich vielleicht mit einem Lächeln daran erinnerst, wie deine Anfänge als Publizist waren. Und auch du findest bestimmt in deiner aktuellen Art zu schreiben immer noch Eigenheiten aus den früheren Zeiten wieder, weil diese sich für dich bewehrt haben.

        „Manchmal muss man sich eben erinnern, wer man war um zu wissen, wer man sein will.“
        Bin gespannt ob mir jemand sagen kann woher dieses Zitat stammt.

        Soweit von mir
        André

        • Andererseits würde die Makellosigkeit aus meiner Sicht ja nicht dem entsprechen, was wir als “all in one man media production” erzielen wollen. Denn, wenn man den Ehrgeiz besitzt eine Produktion alleine zu verwalten sollte man auch grundsätzlich nach Perfektion streben. Ich denke das dieses Streben wie bereits erwähnt Grundlegend für weitere Eigenschaften, wie zum Beispiel dem sogenannten “eisernen Willen” nötig ist.

          Da würde ich Dir vehement widersprechen. Okay, bewegen wir uns hier am Rande einer Henne-Ei-Diskussion, aber meines Erachtens ist der Status der “all in one man media production” mitnichten ein auf breiter Ebene gewollter und freiwilliger Entwicklungschritt (bei Einzelnen vielleicht schon), sondern eine notwendige und nachvollziehbare Reaktion auf den ökonomischen Druck innerhalb der Medienwelt. Medienunternehmen stehen ja ebenso unter ökonomischem Druck, müssen Einsparpotenziale identifizieren und entsprechende Maßnahmen umsetzen. Der heutige Entwicklungsstand der Technik hilft ihnen ja dabei, denn es ist nicht mehr zwingend notwendig Spezialisten für die Bedienung einzelner Produktionsstufen zu haben. Ein leistungsstarker Rechner mit entsprechender Software spart hier ja einiges an Equipment und Bedienpersonal. Ich würde hier also unterstellen, dass die Entwicklung zur AIOMP auf einer technologischen Entwicklung fusst und getrieben wird durch die ökonomische Zwänge.

          „win-win“ ist übrigens ein schlimmes Buzzword, was ich in jedem Fall vermeiden würden, zumal es eigentlich ein Gedankenkonstrukt innerhalb der Konfliktlösung ist und nicht beliebig auf Coopetition (also Kooperationswettbewerbe: das gleichzeitige Vorhandensein von Konkurrenz und Kooperation auf bestimmten Märkten) erweiterbar ist.

          Übrigens schaue ich mir nie meine bisher verfassten Blogbeiträge an, denn meine Weiterbildungsverlauf findet zum Teil während des Schreibprozesses statt, maßgeblich aber in der anschließenden Diskussion der Gedanken mit KollegInnen bzw. bei der Auseinandersetzung mit Kritik oder Themen anderer.

  4. Pingback: All in one man media production: Schizophren?! | www.andrebauscher.de

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